Weiblich, hochqualifiziert, Migrationshintergrund…

Mona Goudarzi aus Hannover ist in mindestens zweierlei Hinsicht ein Vorbild: Als Maschinenbau-Ingenieurin arbeitet sie in einem Beruf, der auch heute noch eine Männerdomäne ist. Und als gebürtige Iranerin, die mit 16 Jahren nach Deutschland kam, ist sie ein hervorragendes Beispiel für gelungene Integration. Nun begeistert die 29-Jährige Grundschüler für Technik. Science on Stage Deutschland e. V. hat sie und acht weitere Ingenieure und Naturwissenschaftler portraitiert. Das Ergebnis ist das Arbeitsheft „Laternenmond und heiße Ohren“, das ab dieser Woche erhältlich ist.

Weiblich, hochqualifiziert, Migrationshintergrund

(Quelle: IPH)

Auf die Ingenieurin aus Hannover aufmerksam wurden die Lehrkräfte von Science on Stage durch einen Beitrag in den VDI Nachrichten, der größten deutschen Wochenzeitung für Ingenieure. Darin ging es um die Ingenieurin und ihr Projekt zum Leichtbau von Windenergieanlagen, an dem sie derzeit am IPH – Institut für Integrierte Produktion Hannover forscht. Sowohl das Thema wie auch die Person weckten das Interesse der Lehrkräfte. Science on Stage nahm Kontakt zum IPH auf, und Mona Goudarzi bekam die Chance, ihre Geschichte zu erzählen.

Science on Stage Deutschland e. V. ist ein Netzwerk von und für Lehrkräfte, die naturwissenschaftliche und technische Fächer unterrichten. Der gemeinnützige Verein möchte bei Schülern von der Primarstufe bis zur Sekundarstufe II die Neugier für Naturwissenschaften und Technik wecken. Langfristig soll so dem Fachkräftemangel in den Berufsfeldern dieser Disziplinen entgegenwirkt werden. Um gleichzeitig auch die Sprachkompetenz zu fördern, werden z. B. für Grundschüler Unterrichtsmaterialien erstellt. Das Material umfasst als Lesematerial Biographien und Forschungsthemen von Naturwissenschaftlern und Ingenieuren und darüber hinaus auch Arbeitsblätter, Experimente und weiteres Begleitmaterial.

Mona Goudarzi studierte Maschinenbau mit den Schwerpunkten Angewandte Informationstechnik und Biomedizintechnik an der Leibniz Universität Hannover. Seit 2010 arbeitet sie als Projektingenieurin am IPH – Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH im Bereich Prozesstechnik. In Forschungs- und Beratungsprojekten beschäftigt sich die 29-Jährige mit Numerischer Simulation, Leichtbau und der Auslegung von Prozessketten. Parallel dazu schreibt sie ihre Doktorarbeit. Mona Goudarzi lebt seit ihrer Jugend in Deutschland, ihre Eltern stammen aus dem Iran.

2 Comments

  • Mohsen Mirza
    23. November 2011 - 16:20 | Permalink

    Hochqualifiziert, Migrationshintergrund, aber männlich…

    Der Migrationshintergrund ist nach meiner bisherigen Erfahrung für mich eher nachteilig gewesen. MM auf deutsch (Max Mustermann) macht sich eben besser als MM auf persisch (Mohsen Mirza). Ich respektiere die Leistung von Frauen in der Gesellschaft, und es macht mich auch stolz, dass eine Iranerin und dazu noch Namensvetter von mir so erfolgreich ist. Hut ab! Aber wievielen hochqualifizierten Männern mit Migrationshintergrund wird der Weg verbaut und erst garnicht die Möglichkeit gegeben sich zu entfallten.

    Migration bedeutet nicht nur sich zu intregieren, sondern auch sich als Gesellschaft zu öffnen und allen die gleiche Chance zu geben.

  • admin
    3. Dezember 2011 - 11:53 | Permalink

    Hallo Mohsen,

    “Migration bedeutet nicht nur sich zu intregieren, sondern auch sich als Gesellschaft zu öffnen und allen die gleiche Chance zu geben.”

    - dem kann ich mich nur zu 100% anschließen. Ich glaube auch, dass wir noch lange nicht soweit sind, wie wir es sein könnten. Insbesondere Unternehmen konservativer Branchen haben – soweit ich es als Deutscher beurteilen kann – immer wieder Vorbehalte gegen Migranten. Es ist, für beide Seiten, noch ein weiter Weg. Schlimm genug, dass wir überhaupt von “zwei Seiten”, von “Migranten” sprechen…

    Viele Grüße.

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