Siemens-Quadrocopter: Mini-Hubschrauber erstellt digitale 3D-Modelle komplexer Räume

Siemens Quadrocopter

Ein “Quadrocopter” genannter Mini-Hubschrauber von Siemens registriert mit Videokamera und Sensoren seine Umgebung und erstellt aus den gesammelten Daten ein 3D-Modell seiner Umwelt. Wie das Magazin Pictures of the Future berichtet, arbei­tet ein Team aus Computerwissenschaftlern der globalen Forsch­ung Corporate Technology in Princeton und München sowie Robotikern des Massachusetts Institute of Technology in Boston an diesem fliegenden Auge. Es soll digitale Modelle komplexer Innenräume schaffen oder schwer zugängliche Orte kontrollieren.

Der unbemannte Quadrocopter mit vier Motoren misst knapp einen Meter im Durchmesser und tastet im Flug seine Umgebung mit Lasern ab. Optische Sensoren und Videokameras registrieren dabei jedes Detail. Vor dem Einsatz werden die Systeme durch gestütztes Lernen trainiert.

Für die Entwickler künstlicher Intelligenz ist maschinelles Sehen nach über fünfzig Jahren Forschung weiterhin die größte Herausforderung. In der realen Welt sind Rechner bislang noch unbeholfen. Während ein Kleinkind problemlos eine Antenne von einem Baum unterscheidet, können Rechner bislang die Kameradaten nicht sicher zuordnen. Forschergruppen aus Universitäten und Industrie arbeiten intensiv daran, das Sehen künstlicher Systeme zu verbessern.

So wie ein Kind bereits eine Unzahl von Objekten gesehen hat, die es ihm erlauben, Antennen von Bäumen zu unterscheiden, genauso füttern Computerwissenschaftler ihre Programme mit Hunderttausenden von Objektbildern. Daraus leiten intelligente Algorithmen charakteristische Merkmale ab. So erstellt der Quadrocopter aus den gesammelten Daten ein präzises dreidimensionales Modell seiner Umwelt. Die Modelle – etwa von Gepäckabfertigungs-, Fabrik- oder Veranstaltungshallen – können für die Gebäudeplanung und -inspektion verwendet werden. Im routinemäßigen Einsatz lassen sich mit dem Quadrocopter künftig auch schwer zugängliche Orte wie Windkraftanlagen oder Strommasten kontrollieren.

An mehreren Forschungs- und Entwicklungsstandorten entwickelt Siemens weitere Systeme, die Luftbilder auf komplexe Muster wie Fabrikanlagen, Gebäude oder Straßen hin untersuchen, auf Röntgenbildern von Gepäck und Containern nach verdächtigen Gegenständen fahnden, im Verkehr Straßenschilder lesen oder Menschenmengen überwachen.

[Quelle: Siemens]

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